Ihre Website ist in die Jahre gekommen. Das Design wirkt veraltet, die Technik macht Probleme, und die Besucherzahlen stagnieren. Vielleicht haben sich auch Ihr Angebot oder Ihre Zielgruppe verändert. In solchen Fällen ist ein Website-Relaunch die richtige Entscheidung – vorausgesetzt, Sie gehen ihn strategisch an.
Ein schlecht geplanter Relaunch kann mehr schaden als nutzen: verlorene Google-Rankings, fehlerhafte Seiten und frustrierte Besucher. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wann ein Relaunch sinnvoll ist und wie Sie ihn Schritt für Schritt umsetzen.
Wann ist ein Website-Relaunch notwendig?
Nicht jede Website braucht einen kompletten Neustart. Manchmal reichen gezielte Optimierungen. Ein Relaunch ist dann sinnvoll, wenn mehrere der folgenden Punkte zutreffen.
Veraltetes Design und schlechte Nutzererfahrung
Webdesign-Trends ändern sich, doch es geht nicht nur um Optik. Wenn Besucher Ihre Website als unprofessionell wahrnehmen, verlieren Sie Vertrauen und potenzielle Kunden. Achten Sie auf Warnsignale wie hohe Absprungraten, kurze Verweildauer oder wenig Interaktion.
Besonders kritisch wird es, wenn Ihre Website auf Smartphones nicht richtig funktioniert. Da über 60 Prozent aller Zugriffe mobil erfolgen, ist eine nicht-responsive Website heute ein echtes Geschäftsrisiko.
Technische Probleme häufen sich
Langsame Ladezeiten, Sicherheitslücken oder ein veraltetes CMS sind klare Signale. Wenn Ihre Website langsam lädt, verlieren Sie nicht nur Besucher, sondern auch Google-Rankings. Ein technisch veraltetes System lässt sich ab einem gewissen Punkt nicht mehr sinnvoll flicken.
Ihr Geschäft hat sich verändert
Neue Produkte, eine veränderte Zielgruppe oder ein überarbeitetes Corporate Design: Wenn Ihre Website nicht mehr widerspiegelt, wer Sie heute sind, ist es Zeit für einen Relaunch.
Ihre Website bringt keine Ergebnisse
Eine Website soll für Ihr Unternehmen arbeiten. Wenn sie weder Anfragen generiert noch über Suchmaschinen gefunden wird, stimmt etwas Grundlegendes nicht. Oft liegen die Ursachen in der Seitenstruktur, den Inhalten oder der fehlenden Suchmaschinenoptimierung.
Relaunch vs. Redesign: Was ist der Unterschied?
Bevor Sie loslegen, sollten Sie klären, was Sie tatsächlich brauchen. Ein Redesign betrifft nur die Optik: neues Layout, neue Farben, modernere Gestaltung. Die Technik und Struktur bleiben bestehen.
Ein Relaunch geht weiter. Er umfasst typischerweise ein neues Design, eine überarbeitete Seitenstruktur, neue oder überarbeitete Inhalte, einen Wechsel des CMS oder Hosting-Anbieters sowie eine technische Optimierung der gesamten Website.
Ein Redesign ist schneller und risikoärmer. Ein Relaunch bietet mehr Potenzial, erfordert aber sorgfältige Planung.
Schritt-für-Schritt-Anleitung für Ihren Website-Relaunch
Schritt 1: Bestandsaufnahme und Zieldefinition
Analysieren Sie Ihre aktuelle Website gründlich. Welche Seiten werden am meisten besucht? Welche Inhalte funktionieren gut, welche nicht? Nutzen Sie Google Analytics oder die Google Search Console, um datenbasierte Entscheidungen zu treffen.
Definieren Sie klare Ziele für den Relaunch: Mehr Anfragen? Bessere Rankings? Höhere Verweildauer? Ohne messbare Ziele können Sie den Erfolg später nicht bewerten.
Schritt 2: Inhalte inventarisieren
Erstellen Sie eine vollständige Liste aller bestehenden Seiten und URLs. Entscheiden Sie für jede Seite, ob sie übernommen, überarbeitet oder gelöscht wird. Diese Content-Inventur ist zeitaufwändig, aber entscheidend.
Besonders wichtig: Notieren Sie alle URLs, die bei Google gut ranken. Diese Seiten sollten im neuen System unter der gleichen oder einer ähnlichen URL erreichbar sein.
Schritt 3: Struktur und Navigation planen
Die Seitenstruktur ist das Fundament Ihrer neuen Website. Überlegen Sie, wie Besucher zu den wichtigsten Informationen gelangen. Eine gute Struktur hat maximal drei Ebenen und führt den Besucher intuitiv zum Ziel.
Vermeiden Sie dabei die häufigsten Fehler auf Firmenwebsites, wie eine unklare Navigation oder fehlende Handlungsaufforderungen.
Schritt 4: Design und Technik umsetzen
Wählen Sie ein CMS, das zu Ihren Anforderungen passt. Achten Sie bei der Gestaltung darauf, dass das Design auf allen Geräten funktioniert und die Ladezeiten kurz bleiben. Entwickeln Sie die neue Website parallel zur bestehenden, damit Ihre aktuelle Seite während der Umbauphase online bleibt.
Schritt 5: Weiterleitungen einrichten
Dieser Schritt wird am häufigsten vergessen und ist gleichzeitig der wichtigste für Ihre Google-Rankings. Wenn sich URLs ändern, müssen Sie für jede alte URL eine 301-Weiterleitung auf die neue URL einrichten.
Ohne Weiterleitungen verlieren Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Großteil Ihrer Google-Rankings. Suchmaschinen behandeln jede neue URL als neue Seite ohne Vertrauenswürdigkeit.
Schritt 6: Testen, testen, testen
Bevor die neue Website live geht, prüfen Sie alles gründlich. Funktionieren alle Links? Werden alle Seiten korrekt dargestellt? Laden Bilder schnell genug? Funktionieren Kontaktformulare? Sind die Weiterleitungen korrekt eingerichtet?
Testen Sie auf verschiedenen Geräten und in verschiedenen Browsern. Bitten Sie auch Personen außerhalb Ihres Teams um Feedback.
Schritt 7: Go-Live und Nachbereitung
Planen Sie den Go-Live außerhalb der Stoßzeiten, idealerweise an einem Dienstag oder Mittwoch. Nach dem Launch überwachen Sie die Google Search Console intensiv. Achten Sie auf Crawling-Fehler, Ranking-Veränderungen und Indexierungsprobleme.
Reichen Sie Ihre aktualisierte Sitemap in der Google Search Console ein. Das beschleunigt die Indexierung der neuen Seitenstruktur.
Typische Fehler beim Website-Relaunch vermeiden
Keine Weiterleitungen einrichten
Wie bereits erwähnt, ist dies der häufigste und folgenschwerste Fehler. Erstellen Sie eine lückenlose Weiterleitungsliste und prüfen Sie diese nach dem Go-Live.
SEO nicht berücksichtigen
Ein Relaunch ohne SEO-Strategie ist eine verpasste Chance. Optimieren Sie Ihre Inhalte, Meta-Daten und Seitenstruktur gezielt für Suchmaschinen.
Zu viel auf einmal ändern
Wenn Sie gleichzeitig Design, Inhalte, Technik und Domainname ändern, können Sie bei Problemen kaum nachvollziehen, was die Ursache ist. Ändern Sie die Domain nur, wenn es unbedingt nötig ist.
Kein Backup der alten Website
Sichern Sie Ihre komplette alte Website, bevor Sie Änderungen vornehmen. Im Notfall können Sie so zur vorherigen Version zurückkehren.
Wie lange dauert ein Website-Relaunch?
Die Dauer hängt vom Umfang ab. Eine kleine Firmenwebsite mit fünf bis zehn Seiten kann in vier bis sechs Wochen neu aufgesetzt werden. Größere Projekte mit komplexen Funktionen, vielen Inhaltsseiten oder einem Shop-System benötigen drei bis sechs Monate.
Unterschätzen Sie nicht den Zeitaufwand für die Inhalte. Das Schreiben und Überarbeiten von Texten nimmt oft mehr Zeit in Anspruch als die technische Umsetzung.
Was kostet ein professioneller Website-Relaunch?
Die Kosten einer Website variieren stark. Ein einfacher Relaunch einer Firmenwebsite liegt typischerweise zwischen 3.000 und 8.000 Euro. Komplexere Projekte können 10.000 Euro und mehr kosten.
Entscheidend ist, ob Sie den Relaunch selbst umsetzen oder professionelle Unterstützung hinzuziehen. Bei einem Relaunch mit CMS-Wechsel empfehlen wir professionelle Hilfe, um Datenverluste und Ranking-Einbrüche zu vermeiden.
Fazit: Ein Relaunch ist eine Investition in die Zukunft
Ein durchdachter Website-Relaunch kann Ihr Unternehmen digital neu positionieren. Die entscheidenden Erfolgsfaktoren sind eine gründliche Planung, die Berücksichtigung von SEO von Anfang an und ein sauberer technischer Umzug mit vollständigen Weiterleitungen.
Nehmen Sie sich die Zeit, jeden Schritt sorgfältig umzusetzen. Der kurzfristige Mehraufwand zahlt sich langfristig durch bessere Rankings, mehr Besucher und höhere Konversionsraten aus.


