Mundpropaganda funktioniert im Handwerk immer noch gut, keine Frage. Aber immer öfter beginnt die Suche nach einem Handwerker bei Google. „Elektriker in meiner Nähe“, „Maler Fassade Angebot“, „Heizung reparieren Notdienst“: Das sind Suchanfragen, die täglich tausendfach eingegeben werden. Wenn Ihr Betrieb dabei nicht auftaucht, gehen diese Kunden zur Konkurrenz.
In diesem Artikel erfahren Sie, welche Seiten eine gute Handwerker-Website braucht, wie Sie bei Google in Ihrer Region sichtbar werden und mit welchem Budget Sie rechnen sollten. Drei konkrete Beispiele aus dem Handwerk zeigen, wie es in der Praxis aussieht.
Warum brauchen Handwerker eine eigene Website?
Vielleicht denken Sie: „Ich habe genug Aufträge, wozu brauche ich eine Website?“ Das mag stimmen, aber drei Entwicklungen sprechen dafür, trotzdem in eine gute Website zu investieren.
Kunden informieren sich online, bevor sie anrufen. Selbst wenn jemand eine Empfehlung bekommt, schaut er sich vorher die Website an. Wenn dort nichts Überzeugendes steht oder die Seite veraltet wirkt, wählt er lieber den Betrieb mit dem professionellen Online-Auftritt.
Google ist das neue Telefonbuch. Die Gelben Seiten sind Geschichte. Heute suchen Menschen bei Google nach Handwerkern in ihrer Nähe. Wer dort nicht auftaucht, wird nicht gefunden, egal wie gut die Arbeit ist.
Fachkräftemangel betrifft auch die Außendarstellung. Junge Fachkräfte und Azubis schauen sich Betriebe online an, bevor sie sich bewerben. Eine moderne Website signalisiert: Dieser Betrieb ist auf der Höhe der Zeit.
Welche Seiten braucht eine Handwerker-Website?
Viele Handwerker machen den Fehler, ihre Website zu kompliziert zu planen. Eine gute Handwerker-Website muss nicht riesig sein. Fünf bis acht Seiten reichen in den meisten Fällen völlig aus.
Startseite
Die Startseite ist Ihr Schaufenster. In den ersten Sekunden muss klar werden: Was macht Ihr Betrieb, wo sind Sie tätig und wie erreicht man Sie? Ein typischer Aufbau: kurze Vorstellung des Betriebs, die wichtigsten Leistungen als Überblick, ein oder zwei Referenzbilder und eine gut sichtbare Telefonnummer.
Vermeiden Sie Floskeln wie „Herzlich willkommen auf unserer Website“. Sagen Sie stattdessen direkt, was Sie tun: „Ihr Malerbetrieb in Düsseldorf. Fassaden, Innenräume, Lackierarbeiten. Seit 1998.“
Leistungen
Listen Sie Ihre Leistungen auf, aber nicht als reine Stichpunktliste. Beschreiben Sie jede Leistung in zwei bis drei Sätzen. Was genau bieten Sie an? Für wen ist die Leistung gedacht? Was unterscheidet Sie von anderen?
Für die Suchmaschinenoptimierung ist es sinnvoll, für die wichtigsten Leistungen eigene Unterseiten anzulegen. Ein Elektriker könnte zum Beispiel separate Seiten für „Elektroinstallation Neubau“, „E-Check“ und „Smart Home“ erstellen. Jede dieser Seiten kann dann für den passenden Suchbegriff bei Google ranken.
Über uns
Menschen beauftragen keine Unternehmen, sie beauftragen Menschen. Zeigen Sie, wer hinter dem Betrieb steht. Ein Foto vom Team, ein paar Sätze zur Firmengeschichte und vielleicht die Information, dass der Meister selbst mit auf der Baustelle steht. Das schafft Vertrauen, das keine Hochglanz-Grafik ersetzen kann.
Referenzen
Bilder sagen im Handwerk mehr als Worte. Zeigen Sie Ihre besten Projekte mit Vorher-Nachher-Fotos. Sie müssen keine langen Texte dazu schreiben. Kurze Angaben reichen: Art des Projekts, Ort und was genau gemacht wurde. Wenn Kunden bereit sind, ein kurzes Zitat beizusteuern, umso besser.
Achten Sie auf gute Fotos. Schiefe Smartphone-Bilder von halbfertigen Baustellen wirken unprofessionell. Es muss kein teures Fotoshooting sein, aber saubere, gut belichtete Bilder machen einen großen Unterschied.
Kontakt
Die Kontaktseite ist die wichtigste Seite nach der Startseite. Sie sollte enthalten: Telefonnummer (klickbar auf dem Smartphone), E-Mail-Adresse, ein einfaches Kontaktformular, Ihre Adresse und eine eingebettete Google-Karte. Wenn Sie feste Bürozeiten haben, geben Sie diese an. Wenn Sie einen Notdienst anbieten, heben Sie das besonders hervor.
Wie werden Sie bei Google in Ihrer Region gefunden?
Für Handwerker ist lokale Sichtbarkeit bei Google der wichtigste Faktor. Hier sind die vier Maßnahmen, die den größten Unterschied machen.
Google Business Profile einrichten
Das ist der mit Abstand wichtigste Schritt. Ein Google Business Profile (früher Google My Business) ist der Eintrag, der bei Google Maps und in den lokalen Suchergebnissen erscheint, mit Adresse, Öffnungszeiten, Telefonnummer, Fotos und Bewertungen.
Die Einrichtung ist kostenlos. Wichtig: Füllen Sie das Profil vollständig aus. Wählen Sie die richtige Kategorie (z. B. „Malerbetrieb“, nicht nur „Handwerker“). Laden Sie echte Fotos von Ihren Projekten, Ihrem Team und Ihrem Firmenfahrzeug hoch. Beantworten Sie jede Google-Bewertung, ob positiv oder negativ.
Bewertungen sammeln
Google-Bewertungen sind für lokale Handwerker Gold wert. Betriebe mit vielen guten Bewertungen erscheinen weiter oben in den lokalen Suchergebnissen und werden häufiger angeklickt.
Bitten Sie zufriedene Kunden aktiv um eine Bewertung. Am besten direkt nach Abschluss der Arbeit, wenn die Zufriedenheit am höchsten ist. Schicken Sie einen kurzen Link per SMS oder WhatsApp, den Sie in Ihrem Google Business Profile finden.
Lokale Keywords auf der Website verwenden
Verwenden Sie auf Ihrer Website Begriffe, die Ihre Kunden bei Google eingeben würden, und zwar in Kombination mit Ihrem Ort. Nicht nur „Malerarbeiten“, sondern „Malerarbeiten in Düsseldorf“. Nicht nur „Heizung installieren“, sondern „Heizung installieren Köln und Umgebung“.
Diese lokalen Keywords gehören in Ihre Seitentitel, Überschriften und die ersten Absätze Ihrer Texte. Wenn Sie mehr über Suchmaschinenoptimierung erfahren möchten, haben wir dazu einen eigenen Artikel geschrieben.
In lokale Verzeichnisse eintragen
Tragen Sie Ihren Betrieb in die wichtigsten Online-Verzeichnisse ein: Gelbe Seiten online, Das Örtliche, Yelp und branchenspezifische Portale wie MyHammer oder Check24 Handwerker. Achten Sie darauf, dass Name, Adresse und Telefonnummer überall exakt gleich geschrieben sind. Schon kleine Abweichungen wie „Str.“ statt „Straße“ können Google verwirren.
Drei Praxisbeispiele
Beispiel 1: Malerbetrieb, 4 Mitarbeiter
Der Betrieb hatte eine zehn Jahre alte Website, die nur aus einer Seite bestand. Nach dem Relaunch: eine klare Fünf-Seiten-Website (Startseite, Leistungen, Referenzen, Über uns, Kontakt) mit professionellen Fotos abgeschlossener Projekte und einem vollständig ausgefüllten Google Business Profile. Ergebnis: Innerhalb von drei Monaten stieg die Zahl der Anfragen über die Website von null auf vier bis sechs pro Monat. Investition: rund 3.500 Euro.
Beispiel 2: Elektrobetrieb, 8 Mitarbeiter
Der Elektrobetrieb wollte gezielt Kunden für E-Checks und Smart-Home-Installationen gewinnen. Lösung: eine Website mit separaten Leistungsseiten für jedes Angebot, jeweils optimiert auf den passenden Suchbegriff, plus ein kleiner Blog mit Tipps wie „Wie oft muss der E-Check gemacht werden?“. Ergebnis: Die Website erscheint mittlerweile auf Seite 1 bei Google für „E-Check [Stadtname]“. Investition: rund 5.500 Euro inklusive Texte.
Beispiel 3: Schreinerei, 6 Mitarbeiter
Die Schreinerei lebt von individuellen Möbeln und Einbauten. Hier war eine Bildergalerie entscheidend. Die neue Website zeigt hochwertige Fotos abgeschlossener Projekte, sortiert nach Kategorien (Küchen, Bäder, Einbauschränke, Büromöbel). Jedes Projekt hat eine kurze Beschreibung mit Material, Dauer und Ort. Ergebnis: Die Galerie wird am häufigsten besucht, und Kunden kommen oft mit dem Satz „Ich habe bei Ihnen ein Projekt gesehen, genau so etwas möchte ich auch.“ Investition: rund 6.000 Euro inklusive Fotoshooting.
Was kostet eine Handwerker-Website?
Für eine solide Handwerker-Website mit fünf bis acht Seiten, professionellem Design und grundlegender SEO-Optimierung sollten Sie mit 3.000 bis 7.000 Euro rechnen. Der Preis hängt vor allem davon ab, ob Sie Texte und Bilder selbst liefern oder professionell erstellen lassen.
Die wichtigsten Kostenposten im Überblick: Design und Entwicklung machen den größten Teil aus (1.500 bis 3.500 Euro). Professionelle Texte kosten je nach Umfang 800 bis 2.000 Euro. Bilder können Sie mit eigenen guten Fotos abdecken oder ein Fotoshooting für 500 bis 1.500 Euro buchen.
Dazu kommen laufende Kosten: Hosting (5 bis 20 Euro pro Monat), Domain (10 bis 15 Euro pro Jahr) und gegebenenfalls ein Wartungsvertrag (30 bis 100 Euro pro Monat). Eine detaillierte Kostenaufstellung finden Sie in unserem Artikel Website erstellen lassen: Was kostet es wirklich?
Häufige Fehler bei Handwerker-Websites
Drei Fehler sehen wir bei Handwerker-Websites besonders oft:
Keine Telefonnummer im Header. Kunden wollen direkt anrufen. Wenn die Nummer erst auf der Kontaktseite steht, springen viele vorher ab. Die Telefonnummer gehört ganz oben auf jede Seite.
Stockfotos statt eigener Bilder. Ein Foto eines lächelnden Models mit Schutzhelm überzeugt niemanden. Zeigen Sie Ihr echtes Team bei der echten Arbeit. Das wirkt hundertmal glaubwürdiger.
Keine mobil-optimierte Website. Über 70 Prozent der lokalen Suchanfragen kommen vom Smartphone. Wenn Ihre Website auf dem Handy schlecht aussieht oder schwer zu bedienen ist, verlieren Sie diese Kunden sofort. Mehr zu typischen Website-Fehlern finden Sie in unserem Artikel über häufige Fehler auf Firmenwebsites.
Ihr nächster Schritt
Prüfen Sie als Erstes, ob Ihr Google Business Profile eingerichtet und vollständig ausgefüllt ist. Das ist kostenlos und bringt für lokale Handwerksbetriebe den schnellsten Effekt. Bitten Sie dann Ihre zufriedenen Kunden um eine Google-Bewertung.
Wenn Ihre aktuelle Website veraltet ist oder Sie noch keine haben, holen Sie zwei bis drei Angebote von Webdesignern ein, die Erfahrung mit Handwerks-Websites haben. Beschreiben Sie möglichst genau, was Sie brauchen, damit die Angebote vergleichbar sind.

