Die 10 häufigsten Fehler auf Firmenwebsites mit Lösungen

Die 10 häufigsten Fehler auf Firmenwebsites und wie Sie sie vermeiden

Viele Firmenwebsites verschenken Potenzial, ohne dass die Betreiber es merken. Die Seite sieht auf den ersten Blick ordentlich aus, aber Besucher springen ab, Google ignoriert sie, und das Telefon klingelt trotzdem nicht.

Die gute Nachricht: Die meisten Fehler lassen sich schnell erkennen und oft ohne großes Budget beheben. In diesem Artikel finden Sie die zehn häufigsten Probleme, die uns bei Firmenwebsites begegnen, jeweils mit einer konkreten Lösung.

Nehmen Sie sich 15 Minuten Zeit und prüfen Sie Ihre eigene Website anhand dieser Liste.

Fehler 1: Keine mobile Optimierung

Mehr als 60 Prozent aller Website-Besuche kommen heute von Smartphones. Trotzdem gibt es noch immer Firmenwebsites, die auf dem Handy kaum bedienbar sind: winzige Schrift, Bilder, die über den Bildschirm hinausragen, Buttons, die man kaum treffen kann.

So prüfen Sie es: Rufen Sie Ihre Website auf dem Smartphone auf. Können Sie alle Texte ohne Zoomen lesen? Lassen sich alle Buttons und Links leicht antippen? Passt sich das Layout automatisch an?

Lösung: Jede moderne Website sollte responsiv sein, sich also automatisch an die Bildschirmgröße anpassen. Falls Ihre Website das nicht tut, ist das ein starkes Argument für einen Website-Relaunch.

Fehler 2: Versteckte Kontaktdaten

Ein Besucher kommt auf Ihre Website, findet Ihr Angebot interessant und will Sie kontaktieren. Dann sucht er die Telefonnummer. Und sucht. Und sucht.

Kontaktdaten gehören nicht nur auf die Kontaktseite. Sie sollten auf jeder Seite sichtbar sein, idealerweise im Header oder Footer. Auf dem Smartphone sollte die Telefonnummer als klickbarer Link funktionieren, damit der Besucher direkt anrufen kann.

So prüfen Sie es: Öffnen Sie drei beliebige Unterseiten Ihrer Website. Sehen Sie auf jeder Seite sofort, wie man Sie erreicht?

Lösung: Telefonnummer und E-Mail-Adresse in den Header oder eine feste Leiste am oberen Bildschirmrand. Auf Mobilgeräten zusätzlich einen „Jetzt anrufen“-Button.

Fehler 3: Zu lange Ladezeiten

Wenn Ihre Website länger als drei Sekunden zum Laden braucht, verlieren Sie etwa die Hälfte Ihrer Besucher. Und Google bewertet langsame Websites schlechter, was zu weniger Sichtbarkeit in den Suchergebnissen führt.

Die häufigsten Ursachen: zu große Bilder, die nicht komprimiert wurden, billiges Hosting und zu viele Plugins oder Skripte, die gleichzeitig laden.

So prüfen Sie es: Geben Sie Ihre URL bei Google PageSpeed Insights ein (pagespeed.web.dev). Das Tool zeigt Ihnen kostenlos, wie schnell Ihre Seite lädt und wo die Probleme liegen.

Lösung: Bilder vor dem Hochladen komprimieren (Tools wie TinyPNG helfen dabei), ungenutztes Plugin entfernen und bei Bedarf auf einen besseren Hoster wechseln. Allein die Bildoptimierung bringt bei vielen Websites eine deutliche Verbesserung.

Fehler 4: Kein SSL-Zertifikat

Wenn Ihre Website-Adresse mit „http://“ statt „https://“ beginnt, zeigen die meisten Browser eine Warnung an: „Nicht sicher“. Das schreckt Besucher ab und kostet Sie Vertrauen, bevor der erste Satz gelesen wurde.

So prüfen Sie es: Schauen Sie in die Adressleiste Ihres Browsers. Sehen Sie ein Schloss-Symbol? Falls nicht, fehlt das SSL-Zertifikat.

Lösung: Bei den meisten Hostern können Sie kostenlos ein SSL-Zertifikat über Let’s Encrypt aktivieren. Falls nicht, sprechen Sie Ihren Hosting-Anbieter an. Das ist in wenigen Minuten erledigt.

Fehler 5: Texte, die niemanden ansprechen

„Wir sind ein innovatives Unternehmen mit langjähriger Erfahrung und einem engagierten Team.“ Kommt Ihnen das bekannt vor? Solche Sätze stehen auf tausenden Firmenwebsites und sagen nichts aus.

Besucher wollen wissen, was Sie konkret für sie tun können. Nicht, wie toll Sie sich selbst finden.

So prüfen Sie es: Lesen Sie die Startseite Ihrer Website. Würde ein Fremder nach zehn Sekunden verstehen, was Ihr Unternehmen macht und warum er Sie kontaktieren sollte?

Lösung: Schreiben Sie aus der Perspektive Ihrer Kunden. Statt „Wir bieten maßgeschneiderte Lösungen“ besser: „Sie brauchen eine neue Heizung? Wir beraten Sie, welches System zu Ihrem Haus passt, und bauen es innerhalb von zwei Wochen ein.“ Konkret, verständlich, mit einem klaren Nutzen.

Fehler 6: Fehlende oder unklare Handlungsaufforderung

Jede Seite Ihrer Website sollte ein klares Ziel haben. Soll der Besucher anrufen, ein Formular ausfüllen, einen Termin buchen? Wenn das nicht deutlich wird, passiert meistens nichts.

So prüfen Sie es: Gehen Sie jede Seite durch und fragen Sie sich: Was soll der Besucher hier als Nächstes tun? Gibt es dafür einen sichtbaren Button oder Link?

Lösung: Setzen Sie auf jede Seite mindestens eine klare Handlungsaufforderung, einen sogenannten Call-to-Action. Das kann ein Button sein wie „Jetzt Angebot anfordern“, „Kostenlos beraten lassen“ oder „Termin vereinbaren“. Platzieren Sie ihn so, dass er ohne Scrollen sichtbar ist.

Fehler 7: Veraltetes Design

Eine Website, die aussieht wie 2015, signalisiert: Dieses Unternehmen ist nicht auf der Höhe der Zeit. Das mag unfair sein, aber Besucher schließen vom Erscheinungsbild der Website auf die Qualität des Unternehmens.

Typische Anzeichen für ein veraltetes Design: sehr kleine Schrift, Stockfotos mit gestellten Szenen, keine einheitliche Farbwelt, überladene Seiten mit zu vielen Elementen.

So prüfen Sie es: Vergleichen Sie Ihre Website mit den Websites Ihrer direkten Wettbewerber. Wirkt Ihre Seite modern und professionell, oder fällt sie ab?

Lösung: Nicht jede alte Website braucht einen kompletten Relaunch. Manchmal reichen neue Bilder, eine aufgeräumte Startseite und eine angepasste Farbwelt. Wenn das Design grundlegend veraltet ist, lohnt sich ein Relaunch. Was das kostet, haben wir hier aufgeschlüsselt.

Fehler 8: Keine Suchmaschinenoptimierung

Wenn Sie bei Google Ihren eigenen Firmennamen eingeben und nicht auf Seite 1 erscheinen, haben Sie ein Problem. Wenn Sie für relevante Suchbegriffe wie „Elektriker Mainz“ oder „Steuerberater Hamburg“ nicht auftauchen, verschenken Sie Kunden.

Viele Firmenwebsites haben weder optimierte Seitentitel noch Meta-Descriptions, keine sinnvolle Überschriftenstruktur und keine Texte, die auf relevante Suchbegriffe ausgerichtet sind.

So prüfen Sie es: Suchen Sie bei Google nach Ihrem Firmennamen und nach zwei bis drei Begriffen, die Ihre Kunden verwenden würden. Wo tauchen Sie auf?

Lösung: Beginnen Sie mit den Basics. Jede Seite braucht einen einzigartigen Seitentitel und eine Meta-Description. Verwenden Sie in Überschriften und Texten die Begriffe, die Ihre Kunden bei Google eingeben. Wenn Sie tiefer einsteigen wollen, lesen Sie unseren kommenden Artikel zu SEO-Grundlagen für kleine Unternehmen.

Fehler 9: Kein Impressum oder fehlerhafte Datenschutzerklärung

In Deutschland besteht Impressumspflicht für geschäftliche Websites. Fehlt das Impressum oder ist es unvollständig, riskieren Sie eine Abmahnung. Das Gleiche gilt für die Datenschutzerklärung, besonders wenn Sie Kontaktformulare, Newsletter-Anmeldungen oder Analyse-Tools verwenden.

So prüfen Sie es: Ist Ihr Impressum über maximal zwei Klicks von jeder Seite erreichbar? Enthält es alle Pflichtangaben (Name, Anschrift, Kontaktdaten, Handelsregisternummer, Umsatzsteuer-ID falls vorhanden)? Ist die Datenschutzerklärung aktuell und vollständig?

Lösung: Nutzen Sie einen Impressums-Generator (z. B. von eRecht24 oder der IHK) und einen Datenschutz-Generator (z. B. von Dr. Datenschutz). Beide sind kostenlos und liefern rechtskonforme Texte. Lassen Sie im Zweifelsfall einen Anwalt drüberschauen.

Fehler 10: Die Website wird nach dem Launch nicht gepflegt

Der häufigste Fehler kommt zum Schluss, und er ist der teuerste auf lange Sicht. Viele Unternehmen investieren einmalig in eine schöne Website und kümmern sich dann jahrelang nicht mehr darum. Die Folge: veraltete Inhalte, Sicherheitslücken durch fehlende Updates, sinkende Google-Rankings.

So prüfen Sie es: Wann wurde der letzte Inhalt auf Ihrer Website aktualisiert? Sind alle Preise, Öffnungszeiten und Teammitglieder noch aktuell? Ist Ihr WordPress (falls verwendet) auf dem neuesten Stand?

Lösung: Planen Sie mindestens einmal im Quartal eine Prüfung Ihrer Website ein. Aktualisieren Sie Inhalte, spielen Sie Updates ein und prüfen Sie, ob alle Links funktionieren. Wenn Sie das intern nicht leisten können, lohnt sich ein Wartungsvertrag bei Ihrem Webdesigner oder Ihrer Agentur.

Ihre 15-Minuten-Schnellprüfung

Gehen Sie diese Checkliste einmal durch und notieren Sie, wo Ihre Website nachbessern muss:

  1. Funktioniert die Seite auf dem Smartphone einwandfrei?
  2. Sind Kontaktdaten auf jeder Seite sichtbar?
  3. Lädt die Seite in unter drei Sekunden?
  4. Zeigt der Browser ein Schloss-Symbol (SSL)?
  5. Sprechen die Texte Ihre Kunden direkt an?
  6. Hat jede Seite eine klare Handlungsaufforderung?
  7. Wirkt das Design modern und professionell?
  8. Erscheinen Sie bei Google für relevante Suchbegriffe?
  9. Sind Impressum und Datenschutzerklärung vollständig?
  10. Wurde die Seite in den letzten drei Monaten aktualisiert?

Wenn Sie bei drei oder mehr Punkten „Nein“ sagen, ist es Zeit, aktiv zu werden. Oft lassen sich die dringendsten Probleme innerhalb weniger Tage lösen, ganz ohne kompletten Relaunch.